Münze zur Ehrung und Anerkennung

Die kontinuierliche Unterstützung sollte endlich einmal die Anerkennung erfahren – eine individuell gestaltete Münze für die Förderer

Dank ihrer passiven Fördermitglieder kann die Freiwillige Feuerwehr Groß Schwülper Brände löschen, Ausrüstung erneuern und Nachwuchs begeistern. Für diese wertvolle Unterstützung wurden die Förderer jetzt mit einer Münze geehrt

Die Freiwillige Feuerwehr hat in Groß Schwülper Tradition. Seit 1899 gibt es sie schon. Wer sich hier einbringt, weiß, wie wertvoll ehrenamtliches Engagement ist. Dabei sind nicht nur die aktiven Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr gefragt, die Brände bekämpfen, Jugendarbeit voranbringen und Aktivitäten unterstützen. Ohne die passiven Mitglieder des Fördervereins wäre die wichtige Feuerwehrarbeit längst an ihre Grenzen gekommen.

Übungsmaterialien, Jugendarbeit, Zeltlagerfahrt, Ausrüstung, Getränke bei Veranstaltungen – all das will finanziert werden. Oft reichen die Mittel seitens der Gemeinde nicht aus. Auch das bürokratische Antragsprozedere für jede noch so kleine Summe ist beschwerlich. Hier springt der Förderverein ein: Dank regelmäßiger Spenden langjähriger passiver Fördermitglieder konnten Mittel angespart und immer wieder dann dazugegeben werden, wenn die Not am größten war – etwa für einen Mannschaftstransportwagen, der vor drei Jahren angeschafft wurde.

Zwischen fünf und 100 Euro – alle Spenden sind willkommen. Jede noch so kleine Summe zählt. Im Gegenzug dürfen passive Förderer, die auch Mitglied des Fördervereins sind, an den Mitgliederversammlungen teilnehmen.

Doch damit nicht genug. 2019 haben sich die aktiven Mitglieder des Vereins ein ganz besonderes Dankeschön überlegt. Denn die kontinuierliche Unterstützung sollte endlich einmal die Anerkennung erfahren, die sie verdiene, sagt David Khorshidi von der Freiwilligen Feuerwehr Groß Schwülper.

„Bis es zur eigens gestalteten Münze gekommen ist, hat es eine Weile gedauert“, erinnert sich Khorshidi an die ersten Überlegungen. Ein Präsentkorb stand zur Auswahl, dazu eine Urkunde. Doch dann, inspiriert von einer Medaille, die den aktiven Feuerwehrleuten 2018 nach ihrem Einsatz bei der Moorbrandbekämpfung im vier Stunden entfernten Meppen überreicht worden war, nahm die Idee einer individuell geprägten Münze immer mehr Gestalt an.

Im Landkreis Gifhorn in Niedersachsen, zu dem Groß Schwülper gehört, gibt es nur freiwillige Feuerwehren, keine Berufsfeuerwehr. Umso wichtiger ist es, deren Arbeit zu gewährleisten und das Ehrenamt zu stärken mit allem, was dazugehört. Die finanzielle Unterstützung aus Spendengeldern ist daher nicht hoch genug zu schätzen.

„Eine individuelle Münze zur Ehrung ist etwas Dauerhaftes, Bleibendes“, sagt David Khorshidi. So wie das Engagement der fördernden Vereinsmitglieder. Seit 40 Jahren sind einige schon dabei. Die Zeit für eine Auszeichnung war überfällig, fanden die Mitglieder des Fördervereins im November 2019 bei einem ihrer Treffen.

„So eine Münze zur Auszeichnung und Anerkennung stellt man sich zu Hause in die Vitrine, erzählt den Kindern und Enkeln davon“, begründet Khorshidi die Entscheidung, warum die Wahl auf diese fiel.

Auf derTaler stießen die Feuerwehrleute wegen der vielen Referenzen – die Münzbeispiele für Ehrungen bei der Freiwilligen Feuerwehr sind zahlreich. Die Wahl fiel schließlich auf eine Münze aus Bronze mit 24 Karat Goldplattierung – die sollte es sein.

Dabei habe er schnell festgestellt, dass Qualität ihren Preis hat, sagt Khorshidi. Von der ursprünglichen Idee, 20 Münzen zu bestellen mit speziellem Aufdruck, Jahreszahl und Widmung sei man daher wieder abgerückt. „Stattdessen entschieden wir uns für eine allgemein gehaltene Münze“, sagt Khorshidi. „So sind wir flexibel und können sie zu verschiedenen Auszeichnungen ausgeben und Ehrungen vornehmen.“ „Anerkennung und Dank“ steht auf der einen Seite der individuell gestalteten Münze, auf der Rückseite ist das Ortswappen abgebildet.

 

Von den insgesamt 100 bestellten Münzen überreichte Ortsbrandmeister Oliver Bernhardt 15 Stück im Januar 2020 bei der Jahreshauptversammlung des Fördervereins im Rahmen einer feierlichen Ehrung an die Fördermitglieder, die seit 40 Jahren oder länger dabei sind.

Die restlichen 85 Ehrenmünzen, samt Verpackung, sind noch verschlossen und werden für weitere besondere Anlässe aufbewahrt.

Auf ersten Blick sei die Ausgabe für die Münzen als „recht große Summe“ erschienen, sagt Khorshidi. Für die Münze als Geschenk spreche aber ihre hohe Wertigkeit: „Das ist etwas Einmaliges, und bis alle Münzen ausgegeben sind, werden mehrere Jahre vergehen“, meint Khorshidi.

„Das Preis-Leistungsverhältnis war angemessen“, findet er. Denn schließlich sei es die Geste, die zählt – und die Arbeit und Energie, die sie ehrt.

Coins für die Fliegerstaffel

Silberne Wölfe an der Donau

Für sein Team, welches die Jetpiloten in Neuburg an der Donau im Eurofighter-Simulator (ASTA-Aircrew Synthetic Training Aids) auf den Einsatz vorbereitet, hat Franz Männling einen individuell gestalteten Einsatzcoin in Auftrag gegeben

Herr Männling, auf dem Challenge Coin, für den Sie sich entschieden haben, springt einem als Erstes ein Wolf ins Auge. Was hat ein Wolf mit einem Flugsimulator zu tun?

Das bezieht sich auf die „Silver Lobos“, eine Ausbildungseinheit in Amerika, bei der über Jahrzehnte alle Phantom-Piloten der Luftwaffe ausgebildet wurden – von 1973 bis 1992 in Kalifornien, später in New Mexico. Das Wort „Lobo“ ist spanisch und heißt Wolf.

Gibt es diese Einheit noch?

Nein, sie wurde 2004 aufgelöst. In meinem Team sind zehn ehemalige Piloten angestellt, die alle als Schüler in den USA auf das Waffensystem Phantom geschult wurden und ein dreiviertel Jahr lang die Ausbildung bei den „Silver Lobos“ genossen haben. Sechs meiner Leute arbeiteten im Verlauf ihrer fliegerischen Karriere als Flug- und Waffenlehrer für drei Jahre noch einmal in dieser Staffel. Deshalb haben wir den engen Bezug zu den „Silver Lobos“.

In Ihrer Einheit leben die silbernen Wölfe also weiter …

Ja. Auch wenn die Staffel aufgelöst wurde, weiß jeder in unserem Team, was und wer die „Silver Lobos“ waren. In unserer Einheit sind die meisten von ihnen davon übrig geblieben. Insofern kennt jede ehemalige Phantombesatzung die „Silver Lobos“ – da es sie nicht mehr gibt, haben wir uns angemaßt, den Namen zu übernehmen

Wie erklärt sich die Zahl 743 auf dem Coin?

743 setzt sich zusammen aus dem Taktischen Luftwaffengeschwader 74, die 3 steht, neben den zwei fliegenden Staffeln, für die informelle dritte Staffel.

Hinter dem Wolf erahnt man den Eurofighter sowie die Silhouette von Neuburg an der Donau.

So ist es. Unseren Standort in Neuburg an der Donau, wo unsere militärische Einheit und der ASTA Eurofighter Flugsimulator stationiert sind, wollten wir unbedingt mit auf den Coin aufnehmen.

… so wie auch den Wolf als denjenigen, der vorausgeht und seine Spuren hinterlässt. Was wollten Sie damit ausdrücken?

Wir sind zwar Zivilisten, arbeiten aber für die Bundeswehr, für die Luftwaffe. Mein Team, welches die Piloten der Jagdstaffeln im Eurofighter Flugsimulator trainiert, hat den Anspruch, „Ahead of the Pack“ zu sein, also „der Meute vorauszugehen“. So steht es auch auf unserem selbst gestalteten Einsatzcoin.

Worin spiegelt sich dieser Anspruch wider?

Als Simulator trainieren wir die Kampfpiloten der Luftwaffe hier in Neuburg und bilden sie für ihren Einsatz aus. Wenn sie auf eine Übung gehen, etwa nach Spanien, Frankreich, Estland oder Polen, bereiten wir sie darauf vor – mit allem, was der Pilot im normalen Luftraum nicht machen kann, sodass der Pilot dann ein Déjà-vu-Erlebnis hat, wenn er vor Ort mit dem Eurofighter losrollt. Dann kennt er sich bereits aus.

Wie wirkt sich das auf die Piloten aus?

Dadurch minimieren sich Anstrengung und Druck, wenn man in der ersten Zeit am Übungsort fliegt.

Wie lange dauern die Trainings im Simulator?

Wenn das Geschwader an einem anderen Ort zum Einsatz kommt, dann müssen wir schon weit im Voraus Daten sammeln und Szenarien entwerfen. Ungefähr sechs bis acht Wochen vor der Übung beginnen wir das Training mit den Piloten im Simulator.

Dabei kann eine Ausbildungssession mit Vorbesprechung, Simulationsflug und Debriefing schon mal sechs Stunden dauern.

Sie reisen dann ab – und sind bestens vorbereitet.

„Ahead of the Pack“ ist also nicht nur im übertragenen, sondern auch im wörtlichen Sinn zu verstehen?

Genau, das Motto auf dem individuell gestalteten Militärcoin hat durchaus eine tiefschichtigere Bedeutung. Mein Ziel als Leiter dieser Simulator-Abteilung ist es, dass wir mit dem Simulator sowohl dem Flugzeug, als auch der realen Welt immer einen Schritt voraus sind! Das ist ein hehrer Anspruch, da er einen gewissen Druck erzeugt.

Bei welchen Gelegenheiten kommt dann ihr eigens kreierter Militärcoin zum Einsatz?

Unter den Piloten wird oft „gechallenged“, also herausgefordert, ob man den Coin bei sich trägt und damit zeigen kann, zu welcher Einheit man gehört. Das ist eine Tradition, ein Ritual, das ebenfalls aus Amerika kommt – so habe ich es bei meiner Ausbildung und als Fluglehrer in den USA erlebt: Da war es schon immer Usus, den Coin dabei zu haben.

Und was passiert dann?

Wer den Coin „challenged“, ihn also aus der Hosentasche zieht, fordert damit alle anderen auf, ihren Coin zu zeigen. Wer ihn zum Beispiel auf einer Staffelfeier nicht innerhalb einer Minute zeigen kann, muss den anderen eine Runde in der Bar spendieren.

Und wenn ihn alle dabei haben?

… dann muss derjenige zahlen, der „gechallenged“ hat. Eine Win-Win-Situation also!

Staffelfeiern klingen fast zu erwartbar… wo liegt da der Reiz?

Natürlich weiß ich, dass so etwas auf einer Staffelfeier kommen wird. Aber der Reiz, den Militärcoin in unerwarteten Situationen oder an außergewöhnlichen Orten zu ziehen, ist natürlich groß. Im Schwimmbad zum Beispiel oder am letzten Januarwochenende beim Neuburger Donauschwimmen –  da trägt man einen Neoprenanzug und plötzlich holt einer seiner Einsatzcoin heraus. Das ist dann eine völlig überraschende Situation und eine große Herausforderung.

Einmal abgesehen vom Fun Faktor des Coin Checks – welche anderen Aspekte schätzen Sie ihrem selbst gestalteten Coin?

Der individuelle Challenge Coin bietet eine einzigartige Gelegenheit, die Identifikation mit der Einheit und seiner eigenen Arbeit zu vertiefen und die „Corporate Identity“, das Zusammengehörigkeitsgefühl, weiter zu entwickeln und zu verstärken.

Sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden?

Sehr sogar. Wir haben damals mit dem Unternehmen „derTaler“ einige Entwürfe hin und her geschickt – so lange, bis ich das Ergebnis stimmte. Unser Einsatzcoin ist genauso, wie ich ihn mir gewünscht habe: einfach, schlicht, nicht bunt, versilbert – und hat ein tolles Design. Und alles, was uns wichtig ist, findet darauf Platz.

Jubiläumsmünze Zahnarztpraxis

„Seine Mitarbeiter muss man wertschätzen“

Zum zehnjährigen Praxisjubiläum beschenkte Zahnarzt Dr. Markus Eikmeier aus dem bayerischen Füssen sein Team mit einer selbstgestalteten Münze

Auf der Rückseite ist ein Zahn abgebildet, auf der Vorderseite das Familien-Logo – „e“ steht für Eikmeier. Es ist das Logo, das Dr. Markus Eikmeier von seinem Vater übernommen hat. Mit der Münze greift er die Familientradition der Zahntechnik auf.

„10 Jahre 2009 – 2019“ – der Schriftzug ergänzt die Münze erklärend, ebenso wie die Worte „Praxis Dr. Eikmeier“. Am 2. Juni 2019 feierte die Praxis zehnjähriges Bestehen, ein Jubiläum, das es gebührend zu feiern galt. 2009 hat Dr. Markus Eikmeier die Praxis komplett neu aufgebaut.

Zur Erinnerung daran sollte jeder der zehn Praxis-Mitarbeiter mit einer Münze gewürdigt werden – denn Dr. Markus Eikmeier weiß es zu schätzen, wie viel seine Mitarbeiter im Laufe der Jahre zum Erfolg der Praxis beigetragen haben.

„Wir waren uns anfangs nicht sicher, ob die Mitarbeiter sich darüber freuen würden“, erzählt Nicole Eikmeier. „Aber alle waren überrascht und haben sich sehr gefreut.“

Die Ehefrau von Markus Eikmeier war es auch, die ihren Mann auf die Idee mit der individuell geprägten Münze zum Firmenjubiläum brachte. Sie hatte sie von ihrem eigenen Betriebsjubiläum mitgebracht. „Ich arbeite in einer Bank mit 3000 Mitarbeitern. Zum 225-jährigen Bestehen gab es für jeden einen Silberbarren“, erzählt sie. Das habe ihr so gut gefallen, dass sie dieses aufgreifen wollte. „Ich fand das ganz toll und habe mich darüber sehr gefreut“, sagt sie. Zum Firmenjubiläum ihres Mannes wollten die Eikmeiers daher ebenfalls auf Edelmetall setzen – auf jeden Fall sollte es etwas Bleibendes sein. Und dem Praxisteam die Wertschätzung ausdrücken, die das Ehepaar empfand.

Genau so war es dann auch. „Die Praxis-Kollegen waren in der Tat überrascht und haben sich sehr über die selbst gefertigte Münze gefreut“, sagt Nicole Eikmeier.

Auf derTaler stieß Nicole Eikmeier durch ihre ausgiebige Internetrecherche (Wettbewerbsanalyse). Die Münzbeispiele auf der Webseite hätten sie sofort angesprochen, sagt sie. Überzeugt habe sie dann das persönliche Beratungsgespräch. „Der Kontakt mit den Mitarbeitern vom Taler war einfach so nett und unkompliziert. Das hat meine Entscheidung auf jeden Fall mitbeeinflusst.“

Sehr zufrieden seien sie und ihr Mann dann gewesen, als sie die Jubiläumsmünze in den Händen hielten – Goldfarben mit versilbertem Rand. Und die Mitarbeiter umso mehr.

Insgesamt zehn Mitarbeiter wurden mit der Jubiläumsmünze geehrt– als Krönung eines erlebnisreichen Tages nach einem gemeinsamen Ausflug in einen Klettergarten mit anschließendem Restaurantbesuch. Dort überreichte Dr. Markus Eikmeier seinem Team das wertvolle selbst gestaltete Andenken.

Es sei ihm wichtig gewesen, sagt seine Frau, auf diese Weise „Danke“ für die geleistete Arbeit zu sagen. Denn gerade in einem kleinen Team müsse man „die Mitarbeiter gut behandeln, die man hat“. Die freuen sich schon jetzt aufs nächste Jubiläum.

Jubiläumsmünze zur Stadtpartnerschaft

„Das Unbekannte wagen“

Klaus Martin vom Freundschaftskreis Bautzen-Worms über 30 Jahre innerdeutsche Partnerschaft, Austausch zwischen Bürgern und eine Gedenkmünze zum Jubiläum

Herr Martin, Sie haben eine Münze zu 30 Jahren Freundeskreis Bautzen-Worms prägen lassen, um damit 30 Jahre innerdeutsche Partnerschaft zu feiern. Das ist ja inzwischen schon ein Stück Zeitgeschichte. Wie kam es zu dieser Partnerschaft?

Worms hat sich noch zu Zeiten der deutschen Teilung, also schon frühzeitig, um eine Städtepartnerschaft zu einer Stadt in der damaligen DDR bemüht. Zwischen einigen Regionen gab es das ja schon: innerdeutschen Städtepartnerschaften. Damals war Helmut Schmidt noch Bundeskanzler. Unser ursprünglicher Wunsch war: Wir wollten gerne eine Lutherstadt als Partnerstadt. Das war im November 1989. Damals wurde den Fraktionen im Wormser Stadtrat mitgeteilt: „Wir haben eine Partnerschaft zu einer Stadt in der DDR.“ Wir waren alle begeistert, als dann der Name Bautzen fiel.

Was wussten Sie damals von Bautzen?

Nun, als Erstes fällt einem das „Gelbe Elend“ ein, die Justizvollzugsanstalt, das Stasi-Gefängnis. Aber Bautzen ist natürlich viel mehr als das: ein lebendiges Zentrum der Oberlausitz mit einer reichen kulturellen Geschichte, darunter der der sorbischen Minderheit, selbst Napoleon hatte dort Einzug gehalten. All das haben wir dann sehr schnell mitbekommen.

Wann nahm die Städtepartnerschaft Bautzen-Worms konkrete Züge an?

So richtig Fahrt aufgenommen hat diese Initiative erst nach 1990. Die alten Funktionäre kamen im Februar 1990 nach Worms, um den Vertrag zu unterzeichnen. Damals gab es ja noch die DDR. Kurze Zeit später gab es Neuwahlen, und ein neues Gespann reiste an, mit dem ersten frei gewählten Oberbürgermeister in Bautzen, Christian Schramm. Ich war damals Stadtratsmitglied für die CDU und wollte mir ein eigenes Bild von unserer künftigen Partnerstadt machen.  Zuvor hatte ich über eine Hilfsorganisation, die sich damals für Menschen aus Diktaturen in Osteuropa einsetze, Kontaktadressen erhalten. Kurzentschlossen habe ich mich ins Auto gesetzt, bin dorthin gefahren und habe neue Leute kennengelernt – unter anderem Christian Schramm. So kannten wir uns schon, als er dann Bürgermeister wurde.

Wie reagierten die Leute damals auf diesen neuen Austausch zwischen West und Ost?

Viele, die anfangs eher skeptisch waren, sahen diesen Schritt als Chance, das Unbekannte zu wagen.

Wie haben Sie diese Beziehungen in der Anfangsphase aufgebaut?

Ich muss dazu sagen, Bautzen hat außer Worms auch noch eine weitere Partnerstadt: Heidelberg. Damals begann eine Art Wettlauf in puncto Unterstützung. So hat die Stadt Heidelberg recht schnell das „Heidelberg-Haus“ in Bautzen renovieren lassen. Und wir, die Stadt Worms, hat Bautzen ebenfalls Hilfe angeboten, etwa im Aufbau einer neuen Verwaltung. Aber auch ganz konkrete Projekte wurden angeschoben – so hat die Stadt Worms Ziegel für die Schiller-Schule in Bautzen angeschafft, einen Omnibus aus dem städtischen Omnibusbetrieb zur Verfügung gestellt, den ersten Dienstwagen für den Oberbürgermeister nach Bautzen geliefert. Es hat sich eine rege innerdeutsche Beziehung ergeben …

… all das zunächst auf der Ebene „Partnerschaft der Städte“. Wie haben beide Städte dann in den folgenden Jahren die Beziehung zwischen den Menschen gestaltet?

Eine echte Partnerschaft kann es natürlich nur geben, wenn die Bürger sie mittragen. Das ist das Pünktchen auf dem i. Es hat sich ein Verein in Bautzen gegründet und einer in Worms. Wir haben Bautzener Bürger eingeladen, haben uns gegenseitig besucht. Nach einer gewissen Zeit hat dieses erste rege Interesse etwas nachgelassen, aber in den vergangenen zehn Jahren konnten wir es wieder reaktivieren. 

Sie fahren regelmäßig nach Bautzen und umgekehrt. Was hat Sie an diesem Austausch am meisten gereizt?

Der Osten war für uns als Westbürger ein großes Fragezeichen. Dank der formalen Städtepartnerschaft konnten wir diese auch mit Leben füllen und einander im Laufe der letzten 30 Jahre kennenlernen. Wir sehen das als große Bereicherung an. Getragen von der anfänglichen Freude über die Wiedervereinigung entstand im Laufe der Jahrzehnte eine echte Partnerschaft zwischen den Bürgern.

30 Jahre sind ein guter Grund zu feiern. Wie kamen Sie auf die Idee, anlässlich dieses Jubiläums eine Münze prägen zu lassen?

Am 13. März hielt im Ratssaal der Stadt Worms der ehemalige sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich einen Vortrag; der eigentliche Festakt mit einer offiziellen Delegation aus Bautzen fand einen Tag später statt, am 14. März. Ein würdiges Gedenken! Für uns als Freundschaftskreis Bautzen-Worms kam bei der Vorbereitung auf den Festakt die Idee einer individuellen Gedenkmünze. Wir wurden da hervorragend vom Unternehmen derTaler betreut. Von den 100 Münzen zur innerdeutschen Partnerschaft ist der Großteil wie warme Semmeln weggegangen – wir haben sie bei verschiedenen Gelegenheiten vergeben, ein paar der individuell gestalteten Gedenkmünzen haben wir natürlich für die Ehrengäste des Festakts aufgehoben, darunter den Oberbürgermeister von Bautzen. 

Bei welcher Gelegenheit haben Sie die Jubiläumsmünzen außerdem übergeben?

Wir haben im Vorfeld eine Münzausstellung organisiert – im November 2019 um den Mauerfall herum. Das war die erste Aktion der Stadt Worms überhaupt mit einer eigenen Gedenkmünze zum Jubiläum. Die Ausstellung lief gut vier Wochen in der Volksbank Worms, sie war sehr gut besucht, sogar von der Deutschen Numismatischen Gesellschaft. Wir haben sechs Vitrinen mit verschiedenen Münzen gezeigt, darunter unserer Gedenkmünze zur Städtepartnerschaft. Sie hat große Beachtung gefunden. Jetzt freuen wir uns auf den Gegenbesuch in Bautzen zum Tag der Deutschen Einheit – sofern die Corona-Umstände das zulassen.

Individuelle Sportmedaille

Eine bleibende Erinnerung an den Erfolg

Trixi Kästle ist seit mehr als fünfzehn Jahren erfolgreiche Judo-Trainerin. Mit ihren Athleten hat die Betreuerin zahlreiche Medaillen gewonnen, darunter auch einen WM-Titel bei der Jugend. Nun hat sie selbst eine Medaille kreiert – für die Deutschen Pokalmeisterschaften in Steinheim.

Im November 2016 trafen sich Judoka aus ganz Deutschland beim JudoTeam Steinheim, um bei den Deutschen Pokalmeisterschaften zu starten. Einer von ihnen war Patrick Rauh. Der Medizintechniker aus Heubach ist schon seit Kindertagen auf der Judomatte aktiv. Dass der 28-Jährige im vergangenen Jahr in Steinheim eine Silbermedaille gewann, freut ihn in zweifacher Hinsicht. „Der Titel und der Erfolg sind das Wichtigste“, sagt Rauh. „Aber umso schöner sind sie, wenn man sich daran erinnern kann.“

Sein Blick fällt auf die schwere Silbermedaille an der Wand. Darauf zu sehen sind zwei Figuren in Judokleidung, ein Mann und eine Frau in reliefartiger 3D-Optik. Sie wirken konzentriert. Ihre Arme und Beine ragen über den schwarz-rot-golden eingefassten Medaillenrand hinaus. Ein besonderer Blickfang ist die Rückseite: Sie zeigt dasselbe Motiv wie die Vorderseite – nur spiegelverkehrt.

Die beiden Judoka auf der Medaille sind zwei erfolgreiche Steinheimer Judoka: Steffen Hoffmann, Deutscher Meister 2016, und Rebecca Bräuninger, Deutsche Meisterin 2013. Beide demonstrieren einen ganz speziellen Judowurf – den „Uchi-Mata“. „Es ist einer der schwersten und schönsten Judowürfe, die es gibt“, erklärt Trixi Kästle.

Sie ist die treibende Kraft hinter dem Judomedaillenentwurf. Trixi Kästle ist Cheftrainerin des JudoTeam Steinheim. Sie ist es, die die Deutschen Pokalmeisterschaften nach Steinheim geholt hat. Speziell dafür wollte Kästle eine individuelle Judomedaille selbst gestalten, an die sich die Erst-, Zweit- und Drittplatzierten gern erinnern. Schließlich richte man als lokaler Judoverein nicht alle Tage die Deutschen Pokalmeisterschaften aus, meint die hauptamtliche Trainerin. Das sei immerhin „ein großes Ereignis“. „Oft sieht man auf den Sportmedaillen das gleiche Emblem, den gleichen Wurf. Ich wollte für „unsere“ Judomedaillengewinner etwas Besonderes“, sagt die Steinheimer Trainerin.

Das ist ihr gelungen, findet Patrik Rauh und spricht damit wohl auch für die anderen 55 Preisträger. „Die selbst gestaltete Judomedaille ist sehr schön gearbeitet und ziemlich massiv  – das ist nicht selbstverständlich bei individuellen Sportmedaillen, die man im Judo bekommt, auch auf nationaler Ebene“, beschreibt der Silbermedaillengewinner seine Gedanken im Moment der Siegerehrung. Die Medaille von den Deutschen Pokalmeisterschaften – sie ist eine ebenso wertvolle wie bleibende Erinnerung an den Erfolg.

Mittelaltermünzen

„Diese Münze gibt es jetzt auch in Santiago de Chile“

Die Deutschordenskommende „Sancta-Maria  Brandenbvrgensis et Pomerania Anno 1290 in Darstellung“ organisiert ein Mittelalter-Event in Mecklenburg-Vorpommern. Die dafür individuell gestaltete Münze macht sogar in Südamerika von sich reden

Michael Schmidt als Chef dieser Gruppe ist Kind der Region, „ein echter Pommer“, wie er sagt. Seine Gegend liegt ihm am Herzen. Besonders Löcknitz – eine kleine Gemeinde in Mecklenburg-Vorpommern, nahe der polnischen Grenze. Früher bereisten Herzöge, Kaufleute und adlige Damen die Strecke zwischen Löcknitz und dem 50 Kilometer entfernten Stettin, heute organisieren Michael Schmidt, Andreas Noetzel und Eric Schmidt als  Ordensritter in Darstellung auf der Löcknitzer Burg eine historische Burgbelebung.

Es ist nicht irgendein Festival, findet Schmidt. Einladend soll es sein, gastfreundlich und international. Die Gäste, die im vergangenen Sommer zur Premiere im August 2016 kamen, reisten aus dem gesamten Bundesgebiet an wie auch aus Polen, dem Baltikum und Tschechien. Gute Nachbarschaft ist Michael Schmidt sehr wichtig.

Sein Anspruch: Er will Burggeschichte erlebbar machen. „Das war anfangs eine große Herausforderung“, sagt Schmidt rückblickend. Doch zum Glück habe Löcknitz historisch viel zu bieten. „Die Burg steht am Fluss Lokenitze – früher verlief hier die Grenze zwischen der Mark Brandenburg und Pommern.“ Die Burg wechselte im Laufe der Geschichte mehrfach die Seiten, sogar eine kleine Zollstation hat es gegeben. Heute sind von der Burg noch ein Turm, die Burgmauer und der Keller übrig. Kleine Nebengebäude wurden liebevoll saniert. All das wird durch die drei Männer der Kommende Sancta-Maria  in den Zustand des Mittelalters versetzt – aber nicht mit einer nachgestellten Schlacht oder dem so üblichen Ritterspektakel, sondern mit Menschen aus verschiedene Nationen, historischen Zelten, Kleidung über die Jahrhunderte , Musik, einem Vollkontakt-Tunier der Ritter des 13. und 14. Jahrhunderts, einer großen Schlacht mit Kanonen  – und mit einer Münze. „Wir wollen einen Fußabdruck hinterlassen“, beschreibt Schmidt die Idee dazu.

Massive Siegelmünze in Kupfer, Silber, Gold

Die Premieren-Auflage umfasste 500 Mittelalter Coins: 150 von ihnen in Kupfer, 30 in Bronze, 320 in Silber. Die Kupfermünzen bekamen die Festivalgäste als Geschenk – mit einer Beschreibung der Münze aus festem Karton und Samtsäckchen, handbeschriftet und – nummeriert mit persönlicher Unterschrift für jeden. Verkauft wurden die Silbermünzen, die Goldcoins erhielten die Sponsoren. Der Erlös der verkauften Mittelaltermünzen kam dem damit verbundenen Projekt Ausgestaltung des Burgkellers zugute.

Auf der dreidimensionalen, reliefartigen Vorderseite ist das neuzeitliche Wappen abgebildet: mit dem Fluss Randow, der mittelalterlichen Burg und einem Eichenblatt. Denn laut Legende soll Irmtrud, die Nichte des Burgvoigts von Löcknitz, im Jahre 1128  eine Eiche in Löcknitz gepflanzt haben – aus Dankbarkeit über die Befreiung ihres Bruders Bornat nach der Entführung durch einen Slawenfürsten. Die Rückseite der individuellen Mittelaltermünze zieren ein Kreuz und ein lateinischer Schriftzug.

„Die individuell gestaltete Münze gibt es so nur in dieser Edition – wer sie hat, hält etwas Exklusives in den Händen, etwas, das man sehen und anfassen kann. Man legt sie nicht einfach weg wie ein Stück Papier“, beschreibt Schmidt das Konzept.

Die Besucher haben sich „als Gäste“ fühlen sollen, nicht als Teilnehmer. Mit der Münze sollten sie ein Gastgeschenk bekommen, auf dem „wir verewigt sind mit unserem Wappen und unserem Namen, mit dem aber auch die Leute etwas Schönes in der Hand haben, von dem sie erstaunt sind, dass es so etwas Schönes überhaupt noch gibt“, so Organisator Schmidt.

Südamerikanische Begeisterung über Unikat

Kein Wunder, hat doch Schmidt damals jeden Gast persönlich begrüßt mit Kaffee und Kuchen und zum Lagerplatz begleitet. „Dann das Festbankett am Abend, die Feuershow und als Krönung die Mittelaltermünze als Gastgeschenk – das hinterlässt einen bleibenden Eindruck“, ist sich der Veranstalter sicher.  

Freunde aus Chile, die in der Hauptstadt Santiago, ebenfalls als Hobby, eine Deutschordensdarstellung betreiben, konnten 2016 zu Schmidts Bedauern nicht dabei sein. Daher schickte er ihnen ein Paket. Darin: Eine chilenische Fahne unterschrieben von allen Gästen und für jeden chilenischen Freund eine Kupfermünze. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten – Begeisterung pur. „Sie haben ja auch im Vorfeld der Veranstaltung eine Grußbotschaft aus der Kathedrale von Santiago de Chile geschickt – auf Spanisch mit englischen Untertiteln. Über den individuellen Mittelalter Coin haben sie sich so gefreut, das war wochenlang Thema auf Facebook“, erzählt Schmidt.

Woran liegt es, das die individuell gestalteten Münzen so gut ankommen? Die Mittelalter Coins seien unvergänglich, findet Schmidt.  „Man hat ein Stück massives Metall in der Hand, das schmeichelt der Hand.“ Man habe damit etwas, das andere nicht haben, eben weil es Unikate sind. „Mit einer individuellen Münze kann man sich von anderen absetzen“, sagt der Chef der Mittelaltergruppe.

Für 2017 haben Michael Schmidt, Andreas Noetzel und Eric Schmidt schon eine neue Edition geplant. Besonderer Dank gilt hier der Agentur derTaler „für die unkomplizierte und professionelle Unterstützung bei diesem Projekt“. Die Gäste  ihrer mittelalterlichen Burgbelebung in Löcknitz dürfen sich bereits jetzt auf ein Unikat freuen.

Individuell gestaltete Minecraft Münzen – ein Geschenk an Freunde

Herr Heine, Sie haben Ihrer Leidenschaft eine Münze „verliehen“? Was genau ist Ihr Hobby?

Ich spiele leidenschaftlich gern Minecraft. Das ist eigentlich ein Spiel für Kinder und Jugendliche, ich habe es nach vielen Jahren wiederentdeckt, als ich meinen Rechner aufgeräumt habe. Und ich landete auf dem Minecraft-Server „Cubeside“.

Was genau macht man da?

Man baut mit Blöcken Gebäude, Häuser, Städte. Auf diese Weise kann man sich ganze Welt erschaffen – auch mit mehreren Leuten.

Wie war die Rückkehr zu „Cubeside“?

Ich wurde sehr herzlich empfangen und habe mich schnell eingelebt. Dank des Servers habe ich sehr viele Freundschaften geschlossen. Freunde, mit denen ich inzwischen, über das Computerspiel, auch im echten Leben Zeit verbringe.

Welche Rolle spielt eine individuell geprägte Münze dabei?

Ich wollte meinen Minecraft-Freunden etwas schenken – als Dankeschön für all die schöne Zeit, die wir bisher zusammen in der Minecraft-Community verbracht haben, eine Zeit, die mir viel bedeutet.

Wie kamen Sie auf die Idee, Ihren Freunden ausgerechnet eine individuelle Münze als Geschenk zu erstellen?

Ich kannte Münzen, sogenannte Coins, von meiner Zeit bei der Bundeswehr. Und ich fragte mich, ob man dieses Konzept nicht auch auf andere Bereiche übertragen kann. Also habe ich mich schlau gemacht und stieß auf derTaler, wo ich eine unendliche Vielfalt an individuellen geprägten Münzen entdeckte.

Wie haben Sie Ihre Idee dann umgesetzt?

Ich habe mich mit dem Taler-Team beraten und mir dann von dem Minecraft-Server das Logo geben lassen – das wollte ich unbedingt auf der Geschenkmünze abbilden. Dann habe ich zu meinen Freunden gesagt: Ich habe eine kleine Überraschung für euch vor.

Also eine Minecraft Münze Geschenk zu Weihnachten?

Genau. Jeder meiner Freunde sollte so eine Minecraft Münze bekommen, insgesamt 27. Zwei habe ich noch in Reserve. Eine möchte ich selbst behalten.

Wie kam das Münzgeschenk an?

Alle waren hellauf begeistert von den Minecraft Erinnerungsmünzen! Manche haben die Geschenke schon vor Weihnachten ausgepackt vor lauter Neugier.

Es ist ja nicht gerade eine kleine Münze.

Das stimmt, die selbst gestaltete Münze ist relativ massiv und liegt gut in der Hand.

Und landet hoffentlich nicht in der Schublade?

Oh nein! Einige haben sich Bilderrahmen gekauft und wollen die Geschenkmünzen einrahmen. Andere befestigen die Münzen zur Erinnerung an einer Halskette oder integrieren sie in ihre Gürtelschnalle – schön sichtbar also!

Individuelles Produktlabelling

Bogen mit Münze als Produkt Label

Europas größter Bogensporthändler in Anklam verarbeitet in jedem seiner Holzbögen eine individuelle Münze

Bogensport liegt im Trend. Und findet auch in Deutschland immer mehr Anhänger. 70.000 sind nach Schätzungen des Deutschen Schützenbundes in Vereinen organisiert.

Seit zwölf Jahren verkauft René Kliewe nun schon erfolgreich seine Bögen für Bogensport. Der gelernte Wirtschaftsinformatiker hat die Firma zusammen mit einem Studienfreund gegründet und nach dem Studium sein Hobby zum Beruf gemacht. Vor ein paar Jahren haben sich die beiden entschieden, eine eigene Bogenproduktion aufzubauen, erzählt der Firmenchef.

Da die Firma die Bögen so hochwertig wie möglich gestalten wollten, hatten René Kliewe und sein Partner die Idee, statt des Markennamens in jedem Bogen eine Münze als Produkt Label zu verarbeiten. In jedem der aus Holz gefertigten Bögen steckt nun jeweils eine darin eingelassene zwei Zentimeter große individuell gestaltete Münze. Größer sollte das individuelle Produktlabel auch nicht sein, damit der Bogen stabil bleibt, sagt René Kliewe.

So ein Bogen ist an sich schon sehr wertvoll. Los geht es bei 400 Euro. Die Marke selbst besteht aus einem Wolpertinger, einer Art fabelhaftem Mischwesen. Für das individuelle Produktlabeling im Bogen haben sich René Kliewe und sein Partner für ein Design mit einen Hasen und Geweih entschieden. „Wir haben etwas gesucht, was zum Bogensport passt und was sofort ins Auge fällt.“

Derzeit entwerfen René Kliewe und sein Team weitere Bogen-Modelle. 25 sind es mittlerweile. Die Münze für das Produktlabel bleibt dabei immer die gleiche.

Die Bogensportfirma mit Sitz in Anklam an der Ostsee ist inzwischen Marktführer in Deutschland. 300.000 Pfeile werden jährlich in Anklam gefertigt. Die Mehrheit der Kunden bestellen ihre Bögen aus Bayern und Österreich – laut Kliewe den Hochburgen des Bogensports. Dort sei der Bogensport viel mehr verbreitet als im Norden. Und die Kunden seien von den Bögen mit Münze begeistert. „Die Bögen kommen fantastisch an, sie haben unsere Erwartungen übertroffen.“

Ehrenmedaille für besondere Verdienste

„Immer in engem Kontakt“

Für die niedersächsische Stadt Geestland entwarf Designer Patrick Bahr in Zusammenarbeit mit derTaler eine Ehrenmedaille

„Als die Stadt Geestland sich uns beauftragte, eine individuelle Ehrenmedaille zu entwerfen, gab es nur eine einzige konkrete Anforderung. Es sollte folgender Text auf der Münze zu lesen sein: „Für besondere Verdienste um die Stadt Geestland“. Bei der kreativen Gestaltung ließ uns der Auftraggeber freie Hand.  

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Ehrenmedaille der Stadt Geestland besteht aus einem Bronzekern mit 999er Feinsilber-Plattierung. Sie hat einen Durchmesser von 55 Millimeter und ist vier Millimeter stark.

Die Umsetzung war einfach und unkompliziert. Von Anfang an bis zur finalen Version standen wir in immer engem Kontakt zu derTaler GmbH – nach mehrmaligen Angebot-Updates bezüglich Design und schließlich Finishing-Änderungen hat uns derTaler GmbH bei der Umsetzung stets kompetent, schnell und freundlich zur Seite gestanden.

Am Anfang des Projekts gab es bereits den ersten Entwurf einer Münzmanufaktur, den die Stadt Geestland intern einholte, den wir aber nicht zwingend weiterverfolgen mussten, als die Gemeinde sich an uns wandte. Wichtig war dem Auftraggeber vor allem der Schriftzug. Denn die Medaille sollte für besondere Verdienste um die Stadt verliehen werden.

Um den Schriftzug hervorzuheben, gaben wir der Ehrenmedaille ein klares Design mit dem zentralen, polierten „G“ für Geestland, das die Mitte der Münze einnimmt und dort eine gewisse Erhabenheit ausstrahlt. Darunter haben wir den Anfangsbuchstaben der Stadt in kleinerer Schrift wiederholt, neben dem kleinen „G“ steht der Name „Geestland“ ausgeschrieben.

Den Schriftzug, die zentrale Aussage der Medaille, platzierten wir auf dem Kranz der Münze, der links und rechts von je acht Sternen flankiert wird. Diese insgesamt 16 Sterne stehen für die 16 Gemeinden, aus denen sich die Stadt Geestland zusammenschließt. Diese finden sich ausgeschrieben auf dem vier Millimeter starken Außenrand der Medaille wieder.

Parallel zur Ehrenmedaille für besondere Verdienste um die Stadt beauftragte uns Bürgermeister Thorsten Krüger zudem mit der Gestaltung einer Reversnadel. Diese Ehrennadel ist aufgrund der kleineren Ausmaße eine Adaption der Ehrenmedaille und beschränkt sich dabei auf das Stadtlogo „G“ und die 16 Sterne.

Präsentiert werden Medaille und Ehrennadel in einem Objektrahmen, zu dem uns auch derTaler geraten hatte. Anfangs hielten wir noch eine Klappbox für die beste Option, ließen uns dann aber vom dem uns zugesandten Muster überzeugen, dafür noch einmal danke! So kann man sich die Medaille samt Nadel ins Regal stellen und jederzeit ansehen; gleichzeitig ist sie in der Silikonmembran geschützt.“

Patrick Bahr, BAHR Visuelle Kommunikation, Geestland

Wandermünze

Etwas Handfestes mit Herz: Fitness in den Alpen – ein Wander-Münzen Gutschein macht’s möglich

Wanderleiterin Gabi Aschwanden bietet ganzjährig Bergtouren  an. Ihr „Kräscher-Abo“ mit Münzen ist der Hit

In den Glarner Alpen in der Schweiz liegt Linthal – ein malerisches 2000-Einwohner-Dorf etwa eine Stunde von Zürich entfernt. Hier lebt Gabi Aschwanden, diplomierte Wanderleiterin, Wanderlehrerin und zwischendurch auch Wanderwegarbeiterin.

Es vergeht kein Tag, an dem Gabi Aschwanden sich nicht draußen in der Natur bewegt. Die Gebirgsketten ringsum kennt die Wanderleiterin wie ihre Westentasche. Jeder Pfad ist ihr vertraut. Sie kann sich keinen besseren Ort zum Leben und Arbeiten vorstellen – um sich herum schneebedeckte Dreitausender Gipfel, klare Bergluft, Vogelgezwitscher, liebliche Almlandschaft, Wald.



„Heute ist der erste Tag vom Rest deines Lebens. Sammle kostbare Momente, nicht Dinge“, steht als Motto auf Gabi Aschwandens Webseite www.bergzyt.ch. Der Leitspruch ist Programm: Denn es sind ihre Touren, von leicht bis schwierig, die diese Momente so kostbar machen und an die sich viele ihrer Gäste derzeit gern erinnern – während sie darauf warten, dass die einschränkenden Maßnahmen wegen des Coronavirus wieder aufgehoben werden.



Seit 2009 bietet Gabi Aschwanden in ihrer Wanderschule „bergzyt“ Wander- und Bergtouren für Gäste an. Nun wartet auch sie. Bis zum 19. April sind alle Touren abgesagt. Ob Tödibesteigung im Schneckentempo, Gletschertrekking auf Schneeschuhen von den Berner Alpen bis ins Wallis oder Kräschertour nach Aeugsten – Wanderleiterin Gabi freut sich ebenso wie ihre wanderbegeisterte Kundschaft darauf, endlich wieder neue Wege zu entdecken.

Das „nachhaltigste und abwechslungsreichste Fitness-Abo der Schweiz“

Aber was ist eigentlich eine Kräschertour? „Kräschen heißt, mit leichtem Gepäck und Turnschuhen zu laufen“, erklärt die Bergkennerin. Dieses Wort hat sie selbst erfunden, sie suchte nach einer Bezeichnung für eine besondere Idee: das sogenannte Kräscher-Abo. Wer mehrere Touren bei ihr bucht, zehn an der Zahl, erhält dafür zehn Wandermünzen als Gutschein jeweils im Wert von 50 Schweizer Franken – plus einer Gratismünze obendrauf. Die Münzen können auf allen bergzyt-Tagestouren als Zahlungsmittel eingesetzt werden. Gabi Aschwanden bezeichnet es als das „nachhaltigste und abwechslungsreichste Fitness-Abo der Schweiz“.

Damit liegt sie offenbar genau richtig. Abwechslungsreich ist das Angebot allemal. Denn man kann im Kräscher-Abo zwischen verschiedenen Touren wählen. Dabei sind es oft die „kleinen, feinen“ Touren, die die Gäste nachfragen, erzählt Gabi Aschwanden. „Wenn wir in die Berge gehen, ist immer ein Lernfaktor dabei“, sagt sie. Geologie spiele eine Rolle, ebenso wie die Brunftzeit der Hirsche. Und weil sie jeden Fleck in der Region gut kennt, weiß die erfahrene Wanderleiterin genau, wann sich welche Wege lohnen.

„Das Ziel ist nicht unbedingt der Gipfel – sondern das Entdecken neuer Wege vor Ort, hinter denen wieder neue Orte warten“, meint Gabi Aschwanden.

Vor allem Einheimischen wissen das Angebot mit den Fitness-Abo Münzen zu schätzen – viele erwerben das Kräscherabo mit zehn Wandermünzen Gutscheinen und einer Gratismünze, andere einen Gutschein mit einer oder zwei Münzen. Dahinter steckt auch die Idee, dass Einwohner vor Ort die Münzen als eine Art Fitness-Abo für draußen nutzen können – Natur statt Fitnessstudio. Man geht wandern, klettern, abseilen, bewegt sich draußen aktiv – stärkt ganz nebenbei sein Immunsystem und ist verbunden mit der Natur. Denn Gabi Aschwanden bietet auch Tierbeobachtungs- und Pflanzenwelt-Touren an, Orchideen-Exkursionen zum Beispiel.

In der Corona-Krise haben die Fitness-Abo Münzen Bestand

Bislang war besonders die Nachfrage nach Gutscheinen sehr hoch, das freue sie natürlich. Doch weil sie Papier als „zu unpersönlich“ empfand, habe sie den Gutscheinen immer etwas Persönliches hinzugefügt, mal Edelweißsamen, mal Almkräuter – auf jeden Fall etwas, was mit den Bergen zu tun hat. Doch auf Dauer habe ihr das nicht gereicht. Gabi Aschwanden wollte „etwas Handfestes mit Herz“.

„Jetzt habe ich die Wander- Münzen Gutscheine– und sie sind superschön geworden“, schwärmt sie begeistert.

Schön – und schlicht. Ganz im Sinne der Naturliebhaberin. „Seit 2009“, steht auf der Vorderseite, darüber ist eine Bergkette zu sehen; die Rückseite ziert der Name der Wanderschule, bergzyt, quer über das Logo – den Fußabdruck eines Wanderschuhs – geschrieben.

„Das habe ich mir nicht vorstellen können, wie toll die individuell gestalteten Münzen aussehen und sich anfühlen, bis ich sie in den Händen hielt“, freut sich die bergzyt-Inhaberin. Sie findet, die selbst kreierten Münzen „sehen wirklich wertvoll aus“.

Das sehen die Gäste offenbar ebenso. Auch, wenn sie jetzt auf die nächste Tour in die Berge wohl noch etwas warten müssen. Doch gerade in der Corona-Krise haben die Wander-Münzen Gutscheine Bestand. „Ich darf zwar im Moment keine Touren führen, aber die Münzen sind ja gültig“, bestätigt Gabi Aschwanden. Sobald sie wieder grünes Licht bekommt, wird sie auch wieder Touren anbieten.

Ökologisch-nachhaltig mit Fitness- Abo Münzen für Wanderungen

Wenn jetzt jemand nicht gleich ein Kräscher-Abo bestellt, sondern doch lieber zu einem Gutschein greift – etwa im Wert von 100 Franken –, dann bekommt er nun statt Papier zwei Fitness-Abo Münzen. In diesem Wert sind dann verschiedene Touren möglich – für 50 oder 100 Franken gibt es bereits eine der vielen Halbtagestouren, je nachdem, wie weit der Gast wandern möchte.

Die Idee dahinter: „Wenn die Gäste die individuell gestalteten Münzen haben, dann nutzen sie auch die Angebote meiner Wanderschule“, beschreibt die Wanderleiterin das Konzept.

„Die Münze, auch als Gutscheintaler, kommt super bei den Gästen an“, freut sich Gabi Aschwanden. Alle, die das Angebot sehen, finden die Idee sensationell. Etwas zum Anfassen und Verschenken – mit ihrem Angebot trifft sie offenbar einen Nerv.

Einmal Natur, immer Natur – so sieht die Schweizerin auch den ökologisch-nachhaltigen Aspekt der Münzen als großes Plus. Denn die Fitness-Abo Münzen kommen zu ihr zurück. „Wenn ich eine Tour gemacht habe, geben die Gäste ihre Wandermünze ab – und ich kann sie wieder weiterverkaufen“, freut sich die Wanderleiterin. Es sei denn, jemand behält die elfte Gratismünze aus dem Kräscherabo als Andenken. Weil sie einfach so schön ist.