Binzer Brückengroschen

individueller Brückengroschen

Der Brückengroschen auf Rügen – Eintrittskarte zur Sommerfrische am Meer

Das Ostseebad Binz feierte das 25-jährige Jubiläum seiner Seebrücke und erinnerte dabei an seine Anfänge als Urlaubsziel vor mehr als 100 Jahren

 

Es ist noch nicht lange her, da erstrahlte der ganze Strand im glitzernden Licht der Feuerwerks- und Lasershow anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Seebrücke, insgesamt der dritten ihrer Art in Binz. Die beiden Vorgängerbauten zerstörte die Witterung, doch nach 1989 stellte das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern Fördermittel bereit, um entlang der Ostsee an die traditionelle Seebad-Kultur anzuknüpfen. Auch in Binz. 1994 wurde die neue Seebrücke eröffnet. Und im September 2019 wurde dieses Ereignis gefeiert.

 

Die Pressesprecherin der Kurverwaltung des Seebades Binz denkt gerne an diesen besonderen Abend im September 2019 zurück. „Das Seebrückenfest kam bei allen sehr gut an, bei Gästen wie Einheimischen“, sagt Marikke Behrens. Und das nicht nur wegen des Feuerwerks.

 

Um es sich von der Brücke aus anzusehen, musste man Eintritt zahlen wie vor 100 Jahren – den „Brückengroschen“. Nur, dass die Münze diesmal nicht bei der Ankunft per Schiff an der Landungsbrücke entrichtet wurde, sondern um auf die Brücke zu gelangen.

 

1902 sah das noch ganz anders aus. Damals, die erste Landungsbrücke war gerade gebaut worden, reisten die Leute per Schiff an – denn es gab weder einen festen Bahndamm zwischen Festland und Insel noch zugängliche Straßen. „Rügen war eine wirkliche Insel, man musste mit dem Fährschiff übersetzen, um hierher zu kommen, und es gab viele Dampfschiffe, zum Beispiel aus Stettin“, erzählt Marikke Behrens. Weil das Wasser so flach war, ragten die ersten Landungsbrücken lang ins Wasser hinein, sodass die Dampfschiffe dort anlegen konnten.

 

Das muss man sich ungefähr so vorstellen: Nach langer Überfahrt kamen die Reisenden an. Anschließend legten sie auf der Brücke etwa 500 Meter zurück – bis zum Brückenbasar, einem Gebäude, das am Eingang der Brücke stand, mit Zeitungen, Tabak, einer Erste-Hilfe-Station und Zahlschalter für den Brückengroschen. Den musste jeder entrichten, der auf die Brücke wollte – egal ob vom Wasser oder vom Ort aus. Es gab sogar personalisierte Abonnementkarten, die für den kompletten Aufenthalt galten.

Im Zuge des Jubiläums hat das Binzer Kurverwaltungsteam ausführlich die Geschichte der Seebrücken in Binz recherchiert. Denn zum Jubiläum wollte man den Gästen mehr bieten als ein Fest mit Feuerwerk. Also gestaltete das Team eine Ausstellung auf der Brücke mit 20 Ausstellungstafeln – von den Anfängen bis heute. Dazu durchkämmten die Mitarbeiter Archive, Dokumente, Bilder und alte Reiseführer, in denen sie auf interessante Details stießen.

 

„Beim Lesen in alten Reiseführern sind wir darüber gestolpert, dass der Zugang zu diesen Landungsbrücken früher nur mit einem Brückengroschen möglich war“, berichtet Marikke Behrens und freut sich heute noch über diese Entdeckung.

 

Als Mitte der 30er-Jahre mit Bau des Rügendamms der feste Bahnanschluss kam und man sowohl per Zug als auch mit dem Automobil anreisen konnte, ließ der Schiffsverkehr Schritt für Schritt nach. Aber auch heute noch gehört die Brücke einfach dazu. Sie sei „sehr beliebt bei Spaziergängern“, sagt Behrens, und an sich eine Attraktion. Noch heute werde sie für die Ausflugsschiffahrt genutzt, und auch Segelboote können auf Anfrage hier anlegen – gegen eine Gebühr, die jedoch nicht mehr „Brückengroschen“ heißt.

Die Münze fürs Jubiläum sehe „anders aus als das frühere Geld“, beschreibt Marikke Behrens die Jubiläumsmünze. Sie ist nach modernen Ansprüchen gestaltet. Das Team befürwortete eine größere Münze, die auch ein Motiv zeigen kann; das Produkt hat mit der eigentlichen Größe und Form des Groschens damals wenig zu tun.

 

Vielmehr sollte die Münze silbrig aussehen, 25 Jahre sind immerhin ein „Silberjubiläum“. Aber kein Hochglanzsilber, sondern antik geschwärzt, um den historischen Zusammenhang einzubeziehen.

 

„Wir wollten natürlich beim Motiv auch unbedingt, dass die Brücke abgebildet wird“, sagt Behrens. Als Ergebnis entstand eine reliefartige Fotonachbildung.

 

Jubiläumsgroschen in VerpackungJubiläumsgroschen verpackt

 

Der Blick auf Binz beginnt auf dem Meer, wie einst. Auf der individuell geprägten Münze ragt die Brücke erhaben in den Ort hinein. Die Aufschrift „Seebad Binz“ ist das Erste, was ins Auge fällt – aus Ankunft-Perspektive der Urlauber von damals. Am Rand sind die Jahreszahlen verewigt.

 

Auch die Rückseite der Jubiläumsmünze bleibt dem nautisch-maritimen Erbe und dem regionalen Bezug treu: Sie ziert ein aktuelles Logo des Seebades Binz samt Längen- und Breitengrad, sodass man genau weiß, wo sich die Seebrücke befindet.

 

Bei so viel Aufwand und einer solchen Wertigkeit war man sich einig, dass die Münze nicht einfach so vergeben werden sollte. Die Idee zum Seebrückenfest war geboren, bei dem das Jubiläum im Mittelpunkt stand.

Die individuellen Brückengroschen sind limitiert. Es gibt davon nur 2500 Stück. Auf jeder Münze ist eine Nummer eingestanzt – was die Exklusivität und Wertigkeit erhöht. Dazu gab es eine hochwertige Verpackung, eine kleine Kartonage, auf der in ein paar Sätzen steht, worum es geht – damit man weiß, was man da eigentlich in den Händen hält.

 

Natürlich sei die Vergabe des Brückengroschens an das Ereignis gebunden gewesen, aber „wir hatten auch Leute, die gesagt haben: ‚Ich sammele so etwas‘, und die dann die Münze so gekauft haben“, sagt Marikke Behrens. „Es passiert uns heute noch, dass Numismatiker sich melden und sich dafür interessieren“, sagt die Pressesprecherin und verrät: „Ein paar sind noch da.“

 

Für das Kurverwaltungsteam sei die Zusammenarbeit mit derTaler Neuland gewesen. Es war spannend zu sehen, wie so ein Produkt entsteht – von der Idee bis zur Münze, über Abstimmung, Auswahl, Material und Stärke. „Es waren viele Details, da muss man sich schon eindenken, wenn man das nicht jeden Tag macht – es war eine schöne Erfahrung“, sagt Marikke Behrens rückblickend.

 

Der Aufwand war groß, aber er hat sich gelohnt. „Wir hatten viel Vorlauf und viel Arbeit – und am Ende dann eine tolle Jubiläumsmünze.

 

Disclaimer: Um dem allgemeinen deutschen Sprachgebrauch zu entsprechen, werden unsere Produkte auf dieser Seite als „Münzen“ bezeichnet. Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich jedoch um individuell geprägte Medaillen und keine aktuellen oder ehemaligen Zahlungsmittel handelt.