Münze für die Sicherheitsabteilung von Eintracht Frankfurt

Eintracht Frankfurt personalisierte Münze

„Und dann zaubere ich die Münze aus der Tasche“

Oliver Lerch, Veranstaltungsleiter und Sicherheitsbeauftragter bei der Eintracht Frankfurt Fußball AG über persönliche Erinnerungen, Ehrungen verdienstvoller Mitarbeiter und Münzaustausch mit dem Secret Service

Herr Lerch, Sie sind Veranstaltungsleiter und Sicherheitsbeauftragter bei der Eintracht Frankfurt Fußball AG. Wie setzt sich Ihre Abteilung zusammen?


Der Bereich Sicherheit hat zehn Leute im Team. Die Mitarbeiter sind professionelle Kräfte und sind in der Leitstelle und als operative Kräfte eingesetzt. Darüber hinaus kann die Unternehmenssicherheit auch auf Volljuristen zur gesamten Vorgangssachbearbeitung zurückgreifen.  Diese Einsatzkräfte sollen nicht mitfiebern, sondern die Sicherheit gewährleisten. Beifall zu klatschen, überlassen wir anderen; wir sind auch für die Momente da, in denen es weniger schön wird. Da haben wir in der Regel die höchsten Belastungsquoten. Denn natürlich sind wir auch in brenzligen Situationen im Einsatz. Bei Auswärtsspielen decken wir zudem den gesamten Personenschutz ab.


Team und Kollegen würdigen Sie entsprechend ausdrucksstark in Form einer Münze. Wieso ist gerade die Münze eine besonders aussagekräftige Form der Anerkennung dieser vielfältigen Aufgaben?


Nun, die Münze wird nicht inflationär übergeben, sondern in den klassischen Bereichen der Sicherheit kursiert. Das ist eine ganz spezielle Münze, die die Sicherheitsabteilung von Eintracht Frankfurt repräsentiert. Wenn man international spielt, ist es zudem nicht unüblich, den Kollegen ein Präsent mitzubringen. Damit würdigen wir dann besondere freundschaftliche Beziehungen. Etwas ganz Besonderes also für besondere Kooperationspartner.


Wer wird mit der Münze geehrt?


Die Münze ist gedacht für einen erlesenen Kreis von Sicherheitsträgern: Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste, Sicherheitskollegen an anderen Standorten. Da wird etwa der Polizeiführer hierzulande geehrt oder in Italien der Einsatzleiter aus Rom, als wir gegen Lazio gespielt haben. Auch der Sicherheitschef von Benfica Lissabon hat eine Münze bekommen. Das ist dann eine Anerkennung deren Arbeit. Und hoffentlich darüber hinaus eine schöne Erinnerung.


Also nur ein ausgewählter Kreis an Mitarbeitern und Partnern erhält die Münze.


Genau. Die Münze bekommen in der Regel weder Marketingchefs noch Präsidenten, sondern eben nur Kollegen aus der gleichen Branche. Es sei denn, jemand aus einer anderen Abteilung hat in einer bestimmten Aktion irgendetwas mit uns als Sicherheit zu tun.  


Die Münze haben Sie selbst kreiert. Was sollte unbedingt darauf abgebildet sein?

Eintracht Frankfurt Fussball AG Münze


Ich habe den Grundentwurf vorgegeben. Auf der einen Seite ist unser Eintracht-Emblem. Auf der anderen Seite stehen „Protective Department“ und das Symbol des Adlers, der Blitze auf das Stadion schleudert. Wir haben das Design bewusst international gehalten. Da war das verschenken der Münze im Ausland schon mitgedacht. Das Team von derTaler hat dann den Feinschliff gemacht.


Warum lieber eine Münze statt eines anderen Geschenks zur Erinnerung an die gemeinsame Arbeit?


Mir hatte es bis dato nicht gefallen, auf die üblichen Mitbringsel zurückzugreifen, da solche nicht wirklich persönlich sind. Bei einer Münze sieht das schon ganz anders aus. 


Inwiefern?


Wenn es um die Präsenz des ganzen Unternehmens geht, haben wir natürlich andere Mittel, von Wimpeln bis Kugelschreiber. Aber wenn es um eine Beziehung geht, die Sicherheit einer fremden Polizeidienststelle oder Kollegen, die den gleichen Part wie wir im Ausland wahrnehmen, und das ist eine schöne Zusammenarbeit, dann freut man sich umso mehr über ein schönes Andenken.


Zu welchen Anlässen vergeben Sie die Münze?


Da ist zum einen die interne Vergabe: wenn zum Beispiel Mitarbeiter diese Münze erhalten oder andere Kollegen. So habe ich unlängst einen Kollegen der Polizei in den Ruhestand verabschiedet – das war eine langjährige gute Zusammenarbeit, da wird die Münze entsprechend präsentiert. Dazu muss man sagen: Der Kollege hatte nicht per se eine Bindung zum Fußballverein Eintracht Frankfurt – aber sehr wohl zu unserer Abteilung.


Das heißt, die Geehrten sind nicht zwangsläufig an den Verein Eintracht Frankfurt gebunden?


Das ist ganz unterschiedlich. Wenn man Bundesliga spielt und hier zu Hause mit den entsprechenden Dienststellen spricht – Feuerwehr oder Polizei oder andere Sicherheitsträger-, dann gibt es da schon eine große Anzahl an Menschen, die auch privat dem Verein nahestehen, die Fans sind. Der aktuelle Polizeiführer, mit dem ich zusammenarbeite, ist zum Beispiel Bayern-Fan. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass man gut miteinander zusammenarbeiten kann. Und selbst wenn die Kollegen zu Hause dem Verein nahestehen, dann steht die professionelle Arbeit im Fokus, nicht die Vereinsliebe.


Und wenn Sie im Ausland arbeiten?


Wenn wir im Ausland sind – 2019 zum Beispiel war das sehr viel der Fall, als wir Europa League gespielt haben –, dann haben die Kollegen vor Ort natürlich keine Bindung zu uns. Aber es ist trotzdem eine schöne Zusammenarbeit.


Wie läuft die Zusammenarbeit im Ausland ab?


Das variiert. Kommt man an den einen Standort, ist es womöglich eher etwas verhalten und zäh, an einem anderen Standort kann das schon wieder ganz anders sein: geprägt von hochgradig ausgeprägter Kooperation. Das ist immer etwas, was ich dann in der Jackentasche habe, wenn ich der Meinung bin, dem Kooperationspartner möchte ich etwas Gutes tun, dann zaubere ich die Münze aus der Tasche.


Wie kommt die Münze bei den internationalen Kollegen an?


Die Reaktionen sind natürlich toll. Die Beschenkten freuen sich sehr. In Nikosia auf Zypern zum Beispiel haben die beschenkten Polizeibeamten der für uns zuständigen Anti-Terror Einheit aus Freude ihre Patches an unsere Mitarbeiter übergeben. So etwas kommt nur sehr selten vor.


Welche Begegnung ist Ihnen da besonders in Erinnerung geblieben in Zusammenhang mit der Münz-Übergabe?


Wir haben anlässlich der Frauen-WM 2011 Münzen mit dem Secret Service ausgetauscht. Wir waren im Einsatz, sie waren im Einsatz, das war schon sehr spannend mit den amerikanischen Kollegen. Interessanterweise hatten die auch eine Münze dabei! Das waren die Einzigen, die ebenfalls eine Münze hatten. Da gab es dann einen Münzaustausch.


In den USA sind Coins für Spezialeinheiten durchaus gang und gäbe.


Das ist hierzulande zwar nicht so stark verbreitet wie etwa in den USA. Aber wie man auf der Webseite von derTaler sehen kann, ist diese Coin-Kultur auch hier im Kommen – wenngleich in den USA das natürlich ganz andere Dimensionen sind. Das New Yorker SWAT-Team etwa (Special Weapons And Tactics), eine Spezialeinheit, hat seine eigenen Münzen – wie auch jede andere amerikanische militärische Spezialeinheit. Sie spiegeln den Stolz der Einheiten wider. Da freuen wir uns, dass wir mit unserer ebenfalls sehr speziellen und auf uns zugeschnittenen Münze mithalten können! Und gewissermaßen sind wir, was die privaten Spezialeinheiten in Deutschland angeht, auch Vorreiter.