Gildetaler

Gildetaler Plön

400 Jahre Jubiläum – verbunden durch den Gildetaler

Das 400jährige Jubiläum ihrer Schützengilde feiern die Einwohner im schleswig-holsteinischen Plön mit einer vielseitigen Münze


Am Anfang war ein Vogel. Der Vogel, das ist das Symbol der Schützengilde in Plön. Und der Anfang, der liegt rund 400 Jahre zurück. So lange schon treffen sich Gildebrüder in der schleswig-holsteinischen Stadt Plön, nahe der dänischen Grenze, um gemeinsam einen Schützenkönig zu krönen, ein Fest zu feiern und einander zur Seite zu stehen. Vor allem auf diese Aspekte kommt es an: Fröhlichkeit, Schutz und Beistand – so steht es in der Satzung.


Denn bei der Gilde geht es traditionell um Solidargemeinschaft. Ob unter deutschen Herzögen oder dänischer Regentschaft – auf soziales Engagement und Miteinander legten die Gildemitglieder schon immer viel Wert.


Das ist auch heute noch so. Auch wenn sich seit 1621 vieles verändert hat, drei Dinge sind gleichgeblieben: das Motto der Schützengilde „Friede, Freude, Eintracht“, die Verbundenheit mit der Gemeinschaft und das Vogel-Maskottchen.


Der früheste Beleg für die Existenz der Gilde datiert aus dem Jahr 1621. Es ein kleiner Silberschild, den der Vogel am Königsschild der Gilde im Schnabel hält. Die Plöner Schützengilde von 1621 e.V. ist die älteste Vereinigung der Stadt, in der auch das deutsch-dänische Verhältnis immer eine Rolle spielte. So viel bewegte Geschichte auf einer Münze unterzubringen, sei gar nicht so einfach, findet Michael Kröger von der Arbeitsgruppe zum Jubiläumsjahr 2021. Dass es derTaler dennoch gelungen ist, freut ihn umso mehr.


SilbermĂĽnze im Nachlass


Krögers Idee eines Gildetalers nahm konkrete Formen an, als er im Nachlass seines Schwiegervaters eine Silbermünze fand. Denn schon einmal gab es eine Münze – zum 350jährigen Bestehen der Gilde. Vor 50 Jahren also. So hat die Münze selbst auch schon Tradition.


„Doch diese hier von derTaler, speziell für das 400-Jahre-Jubiläum kreiert, ist ein richtiger Gildetaler“, findet Michael Kröger. Und obendrein sehr vielseitig einsetzbar: zur Ehrung, zum Gedenken, zur Auszeichnung für die Gildebrüder, die sich besonders verdient gemacht haben. Und sogar als Coin-Check.


Michael Kröger ist Major der Gilde und damit Leiter des Offizierscorps. Gildemitglied ist er seit 2004. Zuvor war er bei der Bundeswehr, immer an verschiedenen Standorten. Dennoch wollte er sich in seiner Heimatstadt weiter engagieren, die Verbindung halten. Da bot sich die Gilde einfach an. Vier Termine im Jahr, vertreten sind alle irgendwie. Querbeet. Bürgermeister und Ratsherren, Handwerker, Kaufleute, Beamte, Angestellte, Arbeiter, Ärzte und Apotheker.


Die Gilde erwuchs ursprünglich aus dem Solidargedanken der Totengilden – zusammenzuhalten, um jedem Mitglied ein würdiges Begräbnis zu ermöglichen.


Heute lebt der Solidargedanke fort, wenngleich Michael Kröger eher zeitgemäße Begriffe findet, um ihn zu beschreiben. Netzwerk aufbauen zum Beispiel. Oder Generationen verbinden.


„Wir sind zwar eine sehr alte Gilde, gut 130 Gildebrüder derzeit, aber es gibt immer mehr, die ihre Söhne mitgebracht haben. Der Jüngste ist 25, der Älteste in den 80ern“, erzählt Kröger. Wie die Gilde es geschafft hat, auch für Jüngere interessant zu sein, erklärt der Gildebruder so:


„Viele junge Leute studieren woanders, wollen aber die Verbindung zu ihren Familien, Freunden und ihrer Heimatstadt aufrechterhalten. Das leben die jungen Leute auch über die Gilde mit aus – dieses Modell ist offenbar attraktiv.“ Ist erst einmal ein jüngeres Mitglied dabei, folgen andere nach. So ist die Kontinuität gesichert. 


„Gilde heutzutage bedeutet: eingebunden zu bleiben in der Gesellschaft, Anschluss zu behalten an die Gemeinschaft, und das über die Generationen hinweg. Das wird bei uns gelebt“, sagt Michael Kröger stolz.


MĂĽnze in der Tasche? Gildetaler zur Erinnerung, als Auszeichnung, zum Coin-Check


Zweck der Gilde laut Satzung ist ein anderer. Aber das sehen die Gildebrüder nicht so eng. „Mit dem herkömmlichen Schießen nach einem sächsischen Vogel ein Volksfest zu feiern, auf dem eine ungezwungene, anständige, die Kameradschaft belebende, die Eintracht fördernde Fröhlichkeit herrschen soll“, zitiert Kröger aus den Statuten, betont aber: „Gildebrüder unterstützen einander – das ist Sinn und Zweck der Gilde.“ 


Wie sieht so ein Gildejahr aus? Im Februar geht es los mit ersten Treffen, im Mai folgen Wanderungen, im Juli findet das SchĂĽtzenfest statt und am ersten Novemberwochenende ein Ball.


Bei allem kommt auch die Jubiläumsmünze zum Einsatz. Neben anderen Merchandise-Produkten wie Biergläsern, Bechern, Regenschirmen und Socken ragt der Gildetaler heraus. So ist es auch gewollt. Schließlich soll er etwas „Integratives“ darstellen.


Plön Gildetaler

Besonders gelungen findet der Gilden-Major, dass alle Münzen personalisiert sind. Auf der Rückseite ist ein Gravurfeld zu sehen, in dem neben dem jeweiligen Namen entweder das Wort „Gildebruder“ oder die Funktion oder die Bezeichnung steht, etwa „Schützenkönig 2019“. „Wir wollen damit ausdrücken, wer im Gilde-Jubiläumsjahr dabei war.“


Wichtig sei auch, dass jeder Gildebruder seinen Taler dabeihat – für den „Coin Check“. Diese Tradition kennt Kröger von der Bundeswehr. Und schließlich sei man ja laut Gilde-Satzung der Fröhlichkeit verpflichtet. Und so werden auch bei der Schützengilde Plön mit dem „Taler-Check“ neue Traditionen aufgenommen. „Für solche Dinge sind wir offen.“


Der feierliche Empfang, in dessen Rahmen der Gildetaler überreicht werden sollte und zu dem auch Ministerpräsident Daniel Günther zugesagt hatte, musste wegen der Pandemielage von Mai auf September verschoben werden. Auch die Festredner sollen zur Erinnerung mit dem Gildetaler bedacht werden.


In Krögers Bücherregal stehen nun zwei Münzen – die eine von vor 50 Jahren und die aktuelle von derTaler. Viele andere Gildebrüder tun es ihm gleich, andere tragen ihn aber auch ständig bei sich in der Tasche. Sie wollen auch nach außen zeigen: Seht her, ich bin dabei, ich gehöre dazu.


„Wenn sich Gildebrüder treffen, ist nicht immer der schwarze Anzug gefragt, aber zumindest eine rote Rose im Revers“, sagt Michael Kröger. Und dann sollte man auch den Gildetaler in der Tasche haben.  


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