Ehrenmünze für bürgerschaftliches Engagement

Eine Ehrenmünze für bürgerschaftliches Engagement

Ralf Ehmann ist bildender Künstler. Für die Stadt Tübingen gestaltete er 2017 neben zwei Medaillen auch eine individuell geprägte Ehrenmünze

„Normalerweise ist das nicht mein Metier“, sagt Ralf Ehmann. In seinem Atelier in Rottenburg arbeitet der Bildhauer vorzugsweise mit Stein und Bronze und stellt Lithografien her. Doch dann schrieb die Stadt Tübingen im Dezember 2016 einen Wettbewerb aus – für eine Hölderlin-Medaille sowie eine Uhland-Plakette, die künstlerisch modelliert werden sollten. Ralf Ehmann reichte seine Ideen ein. „Es ging um Porträts – Halbreliefs, große Plaketten, die modelliert und dann in Bronze gegossen werden sollten“, erinnert sich der Künstler.

Und dann war da noch eine individuell geprägte Ehrenmünze – als Extra obendrauf gewissermaßen –, die neu gestaltet werden sollte. Mit der Münze wollte die Stadt ihre Gemeinderäte für bürgerschaftliches Engagement ehren. Die letzte Ehrenmünze hatte es vor 25 Jahren gegeben. Seitens der Auftraggeber bestand der konkrete Wunsch, auf der Münze das Rathaus abzubilden sowie den Schriftzug „Für bürgerschaftliches Engagement Stadt Tübingen“.

Die Gestaltung mit dem Rathaus sei relativ einfach gewesen, sagt Ehmann. Denn zu diesem Zeitpunkt wurde das altehrwürdige Gebäude generalüberholt: Unter anderem wurden außen die alten historischen Bögen in aufwendiger Kleinarbeit wiederhergestellt – ein guter Anlass, um das Rathaus und seinen historischen Kern auch auf der individuell gestalteten Ehrenünze zu präsentieren. „Das ging nur über Fotos“, sagt Ehmann. „Denn das Rathaus-Motiv konnte man so klein nicht modellieren.“

Die bearbeiteten Fotos habe er dann dem Taler geschickt. „Die Agentur hat das Motiv eingearbeitet, mit den Auftraggebern und mir abgestimmt und dann gepresst. Alle Abläufe und die ganze Zusammenarbeit waren hervorragend“, sagt Ralf Ehmann rückblickend.

Mit der individuell geprägten Ehrenmünze waren sowohl er als auch die Stadt Tübingen hochzufrieden. Neben den Medaillen, die eher klassische künstlerische und in Bronze gegossene Arbeiten waren, sei die Prägung der Münze zur Ehrung nicht durch ihn selbst, sondern den Taler erfolgt – in jeweils drei Farben: Gold, Silber und Bronze, drei Abstufungen für die Geehrten. Was so für Ralf Ehmann ursprünglich als „Neuland“ begann, wurde im Laufe des Auftrags zu „einer interessanten neuen Erfahrung“.

Ehrenmedaille für besondere Verdienste

„Immer in engem Kontakt“

Für die niedersächsische Stadt Geestland entwarf Designer Patrick Bahr in Zusammenarbeit mit derTaler eine Ehrenmedaille

„Als die Stadt Geestland sich uns beauftragte, eine individuelle Ehrenmedaille zu entwerfen, gab es nur eine einzige konkrete Anforderung. Es sollte folgender Text auf der Münze zu lesen sein: „Für besondere Verdienste um die Stadt Geestland“. Bei der kreativen Gestaltung ließ uns der Auftraggeber freie Hand.  

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Ehrenmedaille der Stadt Geestland besteht aus einem Bronzekern mit 999er Feinsilber-Plattierung. Sie hat einen Durchmesser von 55 Millimeter und ist vier Millimeter stark.

Die Umsetzung war einfach und unkompliziert. Von Anfang an bis zur finalen Version standen wir in immer engem Kontakt zu derTaler GmbH – nach mehrmaligen Angebot-Updates bezüglich Design und schließlich Finishing-Änderungen hat uns derTaler GmbH bei der Umsetzung stets kompetent, schnell und freundlich zur Seite gestanden.

Am Anfang des Projekts gab es bereits den ersten Entwurf einer Münzmanufaktur, den die Stadt Geestland intern einholte, den wir aber nicht zwingend weiterverfolgen mussten, als die Gemeinde sich an uns wandte. Wichtig war dem Auftraggeber vor allem der Schriftzug. Denn die Medaille sollte für besondere Verdienste um die Stadt verliehen werden.

Um den Schriftzug hervorzuheben, gaben wir der Ehrenmedaille ein klares Design mit dem zentralen, polierten „G“ für Geestland, das die Mitte der Münze einnimmt und dort eine gewisse Erhabenheit ausstrahlt. Darunter haben wir den Anfangsbuchstaben der Stadt in kleinerer Schrift wiederholt, neben dem kleinen „G“ steht der Name „Geestland“ ausgeschrieben.

Den Schriftzug, die zentrale Aussage der Medaille, platzierten wir auf dem Kranz der Münze, der links und rechts von je acht Sternen flankiert wird. Diese insgesamt 16 Sterne stehen für die 16 Gemeinden, aus denen sich die Stadt Geestland zusammenschließt. Diese finden sich ausgeschrieben auf dem vier Millimeter starken Außenrand der Medaille wieder.

Parallel zur Ehrenmedaille für besondere Verdienste um die Stadt beauftragte uns Bürgermeister Thorsten Krüger zudem mit der Gestaltung einer Reversnadel. Diese Ehrennadel ist aufgrund der kleineren Ausmaße eine Adaption der Ehrenmedaille und beschränkt sich dabei auf das Stadtlogo „G“ und die 16 Sterne.

Präsentiert werden Ehrenmedaille und -nadel in einem Objektrahmen, zu dem uns auch derTaler geraten hatte. Anfangs hielten wir noch eine Klappbox für die beste Option, ließen uns dann aber vom dem uns zugesandten Muster überzeugen, dafür noch einmal danke! So kann man sich die Medaille samt Nadel ins Regal stellen und jederzeit ansehen; gleichzeitig ist sie in der Silikonmembran geschützt.“

Patrick Bahr, BAHR Visuelle Kommunikation, Geestland